Zur Startseite
Das Projekt Wer wir sind Spielregeln Hilfe Impressum
Idee:
Alternative Hafenerweiterungsstrategie


Beschreibung:
Um in einigen Jahren die großen Containermengen umschlagen zu können, sind alternative Hafenerweiterungsstrategien essentiell.


Beteiligt an der Ausarbeitung waren:
Matthias Arft
Chaoshacker
Hjm
728JET


Wege zur Umsetzung:
Um den zukünftigen Bedarf zu decken, muss Hamburg seine Kapazitäten erweitern.
Dabei könnte ein eigenes Wegenetz für Container mit automatisierten Fahrzeugen und/oder Roadtrains auf einem eigenen Wegenetz ähnlich wie in Rotterdam helfen. Interessant wäre auch ein unabhängigen Containertransportsystem, jedoch nicht auf Basis von Radfahrzeugen, sondern eher wie eine überdimensionale Koffersortieranlage eines Flughafens. Der eigentliche Storage Bereich würde aus dem zentralen Hafengebiet in Hafenrandgebiete verlagert (wodurch attraktive Industrieflächen für Neuansiedlungen freigeschaufelt werden könnten; die "Containersortieranlage" könnte natürlich ein Exportschlager werden - z.B. könnte man dort auch einen automatischen Containerscan integrieren und so eine 100% Durchleuchtung aller Container sicherstellen).

Teil einer neuen Hafenstrategie könnte die Lagerung der Container in verkehrsgünstiger Lage am Stadtrand (an Autobahnen und Güterbahnhöfen) sein, die dann just in time von dort aus an die Kaikante gefahren zu werden.
Vorteile:
a) Entlastung innerstädtischer Straßen vom LKW-Verkehr
b) Beschleunigung des Hinterlandverkehrs
c) Zeitliche Entzerrung der Abfertigung bei den Hafen-Terminals
d) Keine Zuschüttung von Hafenbecken

Aus ökologischer Sicht macht es Sinn, die LKW gar nicht erst in die Stadt kommen zu lassen.

Ungleichmäßig ausgelastete Containerterminals könnten vielleicht kontinuierlicher abfertigen?


Hindernisse:
Eine Verlagerung an den Stadtrand oder außerhalb der Stadtgrenzen wird dort den selben oder noch größeren Widerstand verursachen, als er in Hafennähe vorhanden ist. Trotzdem gibt es dort vielleicht Flächen, wo Container nicht übermäßig stören. Außerdem gibt es dadurch zusätzliche Gemeindesteuern und ein paar Arbeitsplätze.

Problematisch sind im Fall eines Containertransportsystems die Investitionskosten, die möglicherweise im hohen einstelligen Milliardenbereich liegen würden.
Um diese (Geld) wieder hereinzuholen, müssten die Umschlagsgebühren deutlich erhöht werden, was die Wettbewerbsfähigkeit deutlich senken würde. Allerdings: Wenn ein Spediteur einen Container nicht im Hafen an/abliefern muss, sondern sich diesen Weg ersparen kann, dann spielen 10 höhere Hafengebühren vermutlich keine Rolle mehr.

Ohnehin sind die Hafengebühren auf der Nordrange (Le Havre - Rotterdam Antwerpen Bremerhaven Hamburg) spottbillig, verglichen mit chinesischen Häfen. Auf der Nordrange liefern sich verschiedene Gebietskörperschaften einen ruinösen Wettbewerb mit dem Geld des Steuerzahlers. Dieses Geld fehlt dann an allen Ecken und Kanten.

=> Grosser Unterschied. China mit Europa zu vergleichen ist Bloedsinn, GDP Wachstumsraten von 10% bedeuten ein Umschlagswachstum von 20% und mehr. Auch in China dauert es bis man Infrastruktur gebaut hat (wenn auch nicht die typisch europaeischen 15 Jahre weil alles diskutiert werden muss...). Angebot und Nachfrage haben den Preis dort so enorm hochgetrieben.

Der einzige "Ausgleich" könnte in einem Neuzuschnitt der entsprechenden Terminals zur Schaffung weiterer Liegeplätze liegen - wobei auch hier wieder hohe Investitionen nötig sein wurden.

Der Bau und Betrieb eines - noch zu entwickelnden(!) Riesen-Container-Transportbands ist mit Sicherheit erheblich teurer als der Bau eines gleich langen Wegenetzes; Er verursacht höhere Betriebskosten, einen höheren Energieverbrauch durch größere Masse und viele Lagerstellen. Bei Störungen ist er nicht fehlertolerant. => Greift wieder die Verspaetungsproblematik. Liegt ein Schiff ein oder zwei Stunden zu lange, kommt es zum Dominoeffekt, der die Reeder (= KUNDEN) deutlich Geld kostet. Folge: Hafen Hamburg wird uninteressant.

Flächen direkt an den Umschlagsgeräten sind die günstigsten überhaupt aufgrund der kürzesten Wege. Eine Auslagerung würde die Kosten maßgeblich steigern. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht des Terminals macht es am meisten Sinn, die Boxen direkt neben den Brücken zu stauen. Es gelten die Kaufmannsweisheiten aus der Logistik:
"Je länger der Weg, desto höher die Kosten".
Je kürzer der Weg, um so härter die Kalkulation"

Das Ganze ist ein schönes betriebswirtschaftliches Optimierungsproblem, das rechnerisch vergeleichsweise leicht lösbar ist. Schwachpunkt sind die Input-Daten, z. B. die angenommene Häufigkeit von Ausfällen bei einem automatisierten Transportsystem.
Ein einziger Ausfall könnte u. U. ausreichen, dass eine Reederei einen anderen Hafen für ihre Containerverkehre auswählt, in dem das Problem nicht auftreten kann. Fehlertolerante Technik ist hier das A und O.




Editieren
Ältere Versionen dieses Artikels einsehen
Druckversion
Als E-Mail verschicken


 Zurück zur Übersicht
Benutzername
Kennwort
 Erstmalig anmelden!
 Liste aller Teilnehmer
Info zum Artikel
Von: Moderator
27.04.2006 | 17:23
Artikel-Nr.: 2131
Aufrufe: 56

Bewertungspunkte: 2 (Bewertungen insgesamt: 1)
(Durchschnitt: 2)
Antworten: 0