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Gewerbesteuer an Faktor Arbeit knüpfen
Die Gewerbesteuer hat Hamburg selber in der Hand und kann sie daher auch selber festlegen. Gleichzeitig ist Hamburg aber direkt von 2 anderen Bundesländern umgeben, d.h. Arbeitnehmer die im Speckgürtel wohnen zahlen Steuern und Hamburg hat davon nichts. Die Armen und Arbeitslosen bleiben dagegen in der Stadt. Da bietet es sich doch an, die Gewerbesteuer mit dem Faktor Arbeit zu verknüpfen.

Unternehmen könnten abhängig von der Zahl der Arbeitnehmer die Gewerbesteuer senken. Dabei sollten natürlich nur volle Stellen und nur Arbeitnehmer mit Hauptwohnsitz in Hamburg zählen.

Dies hätte zwei Vorteile: Den Unternehmen wird ein Anreiz geschaffen mehr Personal einzustellen, da sie ihre Gewerbesteuer dadurch vermindern können (besser eine neue Stelle als Überstunden). Die Stadt Hamburg profitiert davon, dass sie zwar geringere Einnahmen durch die Gewerbesteuer hat, aber neue Stellen vornehmlich mit Hamburger Steuerzahlern besetzt werden und dadurch höhere Steuereinnahmen bei der Lohn- und Einkommenssteuer erzielt werden und die Arbeitslosenquote gesenkt wird.



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aus der Sicht der Stat positiv
von Rowlf, 27.04.2006 | 18:04
Aus der Sicht Hamburg scheint das ja ein sehr ertäglicher Vorschlag zu sein, nur frage ich mich, ob das fair ist - gegenüber alle auswärtigen Arbeitswilligen, vielleicht oft mit Familie, die woanders wohnt. Hat was von der "Landeskinderpolitik" Bayerns...
Nur Hebesatzautonomie
von Matthias Arft, 27.04.2006 | 20:33
Die Gemeinden können nur den Hebesatz der Gewerbesteuer autonom bestimmen, das Gewerbesteuergesetz selber ist, soweit ich weiß, ein Bundesgesetz. Der Gesetzgeber hat inzwischen sogar einen Mindesthebesatz in das Gesetzt eingebracht, um den "Steuerwettbewerb" zwischen den Gemeinden nach unten zu begrenzen.

Ein erheblich besserer Anreiz, um Arbeit von der Kostenseite her für Unternehmen attraktiver zu machen, ist es, die Sozialversicherungsbeiträge, deren Arbeitgeberanteil einen Großteil der Lohnnebenkosten ausmacht, mit geeigneten Maßnahmen in den Griff zu kriegen.

 Link

Außerdem: Es gibt zahlreiche Unternehmen, denen es wirtschftlich so schlecht geht, dass sie überhaupt keinen Gewerbeertrag erzielen, also schon jetzt keine Gewerbesteuer zahlen. Die hätten nur etwas von einer direkten Senkung der Lohnnebenkosten. Ein Anreiz aus Gewerbesteureersparnis liefe an diesen Unternehmen vollkommen vorbei.

Generell ist es problematisch, dass Körperschaftsteuer und bei Personengesellschaften auch die Einkommensteuer an einen fast gleichen Steuertatbestand anknüpfen, wie die Gewerbeertragsteuer. Da müsste der Gesetzgeber generell einmal ran.

Dann sollte er auch gleich ein einheitliches Steuergesetz für Personen- und Kapitalgesellschaften schaffen. Es ist vollkommener Unsinn, steuerrechtlich Personengesellschaften eine eigene Rechtspersönlichkeit abzusprechen, wo sie zivilrechtlich über eine solche verfügen.

Dann müssten sich die deutschen Unternehmer weniger mit Steuerrecht beschäftigen und hätten mehr Zeit für ihre wirklich wertschöpfende Arbeit!
Schade (Lamy 28.04.2006 | 15:59)   
Ich fand meine Idee gut, aber anscheinend ist sie doch nicht zu verwirklichen. Und an eine sinnvolle Steuerneuregulierung auf Bundesebene zu glauben ist leider illusorisch.

Vielleicht kann man ja eine andere Möglichkeit finden um Anreize zu schaffen.


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Info zum Artikel
Von: Lamy
27.04.2006 | 16:19
Artikel-Nr.: 2130
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Antworten: 2